Nürnberg 2011 - Rennbericht


Die Wettervorhersage lockte mit Temperaturen bis zu 33°C nach Nürnberg, auch wenn für den Spätabend Regenfälle und Gewitter angesagt waren aber zu diesem Zeitpunkt wollte ich ohnehin schon längst im Ziel und wieder zuhause sein. Punkt 5 Uhr ging es also zum Auto, auf die Autobahn und dann Richtung Nürnberg.

Viel vorgenommen hatte ich mir für das Rennen heute nicht, was sich sehr komisch anfühlte, da ich nach dem guten 7ten Platz vom letzten Jahr, wo ich mit etwas mehr Glück auf der Kopfsteinpflaster-Passage kurz vor dem Zielsprint (hier hatte mich ein anderer Fahrer an den Bordstein gedrängt, wodurch ich aus der Pedale rutschte) durchaus hätte ganz vorne stehen können. Allerdings wusste ich nur zu gut um meine aktuelle körperliche und psychische nicht gerade optimale Verfassung.

Mein letztes Kurzstreckenrennen lag 4 Monate zurück, danach konnte ich nur noch sporadisch trainieren und liege gewichtstechnisch nahe der 90kg- Marke. Zudem war ich die ganze Woche bereits sehr ausgelaugt, da der Ötzi vom Vor-Sonntag noch schwer in den Beinen steckte. Entsprechend gestaltete sich auch das Aufwärmen vor dem Rennen. Die Beine waren schwer, ich kam überhaupt nicht in Tritt. Spätestens hier wusste ich, dass ich mich gänzlich von irgendwelchen Platzierungs-Träumen verabschieden muss, da heute sicherlich nicht viel gehen würde. Der Start erfolgte um 8:55 Uhr und es ging auf die 65km Strecke durch Nürnberg und das anliegende Umland. Als einziger CTE-Starter hatte ich es mit einer ganzen Armada von Sonosan-Multipower-Active-, Drinkuth und Porzellan-Handel24.de Fahrern zu tun. Meine Strategie für heute war es entsprechend, nichts zu tun und nur abzuwarten und alles auf den möglichen Zielsprint zu setzen. Eine solche Taktik ist für mich sehr schwierig durchzuziehen, da ich üblicherweise jeder Attacke hinterherjage und meistens in solchen Aktionen meine Körner verpulvere. Also gutes Training um die Disziplin zu schulen!

Entsprechend meinen Erwartungen kam ich überhaupt nicht in Tritt. Schwerfällig fuhr ich am Ende des Feldes, konnte wieder aufschließen um dann wieder ans Ende zu fallen. Neben meinen körperlichen Beschwerden kamen vor allem psychische hinzu, die Konzentration war einfach überhaupt nicht vorhanden, ich war mit meinen Gedanken quasi überall, außer beim Rennen. Vor dem ersten und quasi einzigen Anstieg der Runde, der zweimal gefahren wird, konnte ich entsprechend keine gute Ausgangsposition erfahren und musste von hinten ansehen, wie vorne eine größere Gruppe dem Feld enteilte. Auch in der anschließenden Abfahrt konnten wir nicht mehr aufschließen und somit verlangsamte sich das Tempo unseres Verfolgerfeldes umgehend auf Kaffeefahrtniveau , da alle genannten, stark besetzten Teams mindestens zwei oder mehr Fahrer in der Spitzengruppe vertreten hatten. Da ich mich nicht wirklich in der Lage fühlte, das Loch zuzufahren, beließ ich es dabei im Pulk mitzurollen und die restlichen Kilometer als Trainingseinheit zu nutzen. Schlussendlich konnte ich einen für mich natürlich enttäuschenden 42sten Platz erfahren, mit dem ich jedoch in der German Cycling-Cup Wertung endlich wieder unter den Top-100 wieder zu finden bin, denen ein Startrecht im ersten Block bei allen GCC-Rennen garantiert wird.

Mein Fokus liegt nun auf dem Radkriterium für Nicht-Lizenzfahrer im Münchener Vorort Grünwald am kommenden Samstag, für das ich mir natürlich wesentlich mehr verspreche und ich bis dahin hoffentlich wieder meine Batterien volltanken kann.

Ziel ist es, das Cycling Team Essen wieder würdig zu vertreten !!!

von Ferdi Cam


[ Rennbericht "Rund um die Nürnberger Altstadt 2011" ]
[ Ergebnisse Rund um die Nürnberger Altstadt 2011 ]